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Biblische Grundlagen > Die Bibel
Die Bibel ist das einzige jemals geschriebene Buch, das von Gott in der Weise inspiriert wurde, dass er persoenlich ihre Schreiber leitete. Die Inspiration der Bibel wird als Lehre so definiert, dass Gott die menschlichen Schreiber, ohne ihre eigene Individualitaet, ihren literarischen Stil oder ihre persoenlichen Interessen zu zerstoeren, dergestalt leitete, dass sie Seine an die Menschen gerichteten Gedanken vollstaendig und zusammenhaengend aufzeichneten. Es ist wahr, dass Gott bei der Entstehung der Heiligen Schrift menschliche Schreiber einsetzte; aber diese Maenner erstellten, auch wenn sie nicht alles von dem, was sie schrieben, verstanden haben moegen, dennoch unter der fuehrenden Hand Gottes die sechsundsechzig Buecher, die die Bibel bilden, in der es eine erstaunliche Einheit gibt und staendige Beweise fuer das Werk des Heiligen Geistes bei der Fuehrung der Niederschrift. Folglich ist die Bibel, obwohl sie von Menschen geschrieben wurde, Gottes Botschaft an die Menschen und nicht etwa eine Botschaft von Menschen an ihre Mitmenschen. Ganz gleich, ob es sich in der Heiligen Schrift um Worte handelt, die Gott tatsaechlich diktierte, um das Kopieren alter Aufzeichnungen, die Resultate der Forschung des menschlichen Autors oder um die Gedanken, Hoffnungen und AEngste des Schreibers: In allen Einzelheiten fuehrte Gott diese Maenner, so dass sie genau das schrieben, was Er ihnen zugedacht hatte, mit dem Ergebnis, dass die Bibel wirklich Gottes Wort ist. Auch wenn einzelne Stellen der Bibel sich in ihrer Eigenart erheblich voneinander unterscheiden moegen, so ist doch jedes Wort der Schrift gleichermassen von Gott
inspiriert.

Die Lehre von der Inspiration stellt das menschliche Verstehen aufgrund ihres uebernatuerlichen Charakters vor einige Probleme:
Wie kann ein menschlicher Autor, der seine eigenen Gedanken und sein eigenes Wissen aufzeichnet, von Gott so gefuehrt werden, dass er genau das schreibt, was Gott ihn zu schreiben leitet? Um solche Fragen zu beantworten, sind verschiedene Auffassungen in bezug auf das Ausmass der goettlichen Kontrolle ueber die menschlichen Autoren vorgebracht worden. Diese Meinungen wurden "Theorien der Inspiration" genannt, und alle Ausleger der Bibel folgen einer oder mehreren dieser Theorien. Diejenige Sicht der Inspiration, die akzeptiert wird, ist die Grundlage, auf der alle Bibelauslegung aufbaut; folglich muss der wahren Sicht der Inspiration sorgfaeltige Beachtung geschenkt werden.

A. Theorien der Inspiration

1. Die woertliche, vollstaendige Inspiration: In der Geschichte der Gemeinde wurde die orthodoxe Sicht der Inspiration als woertlich und vollstaendig bezeichnet. Mit woertlicher Inspiration ist gemeint, dass der Geist Gottes die Wahl der Worte leitete, die in den Originalen der Heiligen Schriften gebraucht wurden. Die Heilige Schrift laesst jedoch eine menschliche Autorschaft erkennen.

Verschiedene Buecher der Bibel spiegeln Merkmale der Schreiber in Stil und Wortwahl wider, und ihre Persoenlichkeit drueckt sich oft in ihren Gedanken, Meinungen, Gebeten oder AEngsten aus. Obwohl die menschlichen Elemente in der Bibel offensichtlich sind, bedeutet Inspiration dennoch, dass Gott fuehrte, so dass alle benutzten Woerter gleichermassen von Ihm inspiriert sind. Dies wird ausgedrueckt durch den Gebrauch des Wortes "vollstaendig", das eine uneingeschraenkte Inspiration meint im Gegensatz zu Ansichten, die fuer die Bibel nur eine teilweise Inspiration in Anspruch nehmen.
Zusaetzliche beschreibende Woerter werden oft hinzugefuegt, um zu verdeutlichen, worin die orthodoxe Lehre besteht. Die Heilige Schrift wird fuer unfehlbar erklaert in dem Sinne, dass sie in allem zutreffend ist. Ebenso wird erklaert, die Schrift koenne sich nicht irren, was bedeutet, dass die Bibel keinerlei als Tatsache behaupteten Fehler enthaelt. Auch wenn die Bibel gelegentlich die unwahren Aussagen von Menschen wiedergeben mag oder sogar die falsche Lehre Satans wie in 1Mo3,4 , so ist es doch in all diesen Faellen klar, dass, obwohl die Satan oder den Menschen zugeschriebenen Aussagen wortgetreu aufgezeichnet wurden, Gott damit nicht ihre Wahrheit bestaetigt. Mit der Feststellung, dass die Bibel woertlich und vollstaendig inspiriert ist, unfehlbar und irrtumslos in ihrer Darstellung der Wahrheit, wird die UEberzeugung ausgedrueckt, dass Gottes uebernatuerliche und vollkommene Fuehrung fuer jedes Wort der Schrift gilt, so dass wir uns auf die Bibel als eine genaue Darstellung der goettlichen Wahrheit verlassen koennen.

Der Anspruch der Inspiration trifft natuerlich nur auf die originalen Schriften zu und nicht auf Kopien, UEbersetzungen oder Zitate. Da kein Originalmanuskript existiert, haben Gelehrte sich sehr bemueht, die Genauigkeit unseres heutigen Bibeltextes zu bestimmen. Zum Zweck des Erlernens der Wahrheit koennen wir davon ausgehen, dass unsere gegenwaertigen Bibelausgaben genaue Wiedergaben der originalen Schriften sind. Obwohl es viele  unbedeutende Variationen im Text gibt, beruehren sie doch nur sehr selten irgendeine Lehre der Bibel; diese Schlussfolgerung wird durch neu entdeckte Manuskripte im grossen und ganzen bestaetigt. Fuer alle praktischen Zwecke koennen das Alte Testament (geschrieben in Hebraeisch) und das Neue Testament (geschrieben in Griechisch) als das genaue Wort Gottes und als eine wahre Wiedergabe dessen, was Gott den Menschen mitteilen wollte, akzeptiert werden.

2. Die mechanische oder Diktattheorie: Im Gegensatz zu der wahren Lehre der Inspiration, die eine menschliche Autorschaft und Persoenlichkeit der Schreiber unter der Fuehrung Gottes in Betracht zieht, ist verschiedentlich die Meinung vertreten worden, Gott habe die Heilige Schrift direkt diktiert und die Schreiber der Bibel seien nur Stenotypisten gewesen. Wenn Gott jedoch die Bibel diktiert haette, waeren der Schriftstil und das Vokabular der Bibel ueberall dasselbe. In vielen Faellen drueckten die Autoren der Heiligen Schrift ihre eigenen AEngste und Gefuehle aus oder ihre Gebete um Gottes Errettung und brachten auf anderen Wegen Persoenliches in die goettlichen Aussagen ein. Das von Herzen kommende Gebet des Paulus in Roem 9,1-3 z.B. wuerde seine Bedeutung verlieren, wenn es von Gott diktiert waere.

Obwohl also die Inspiration sich auf jedes Wort der Heiligen Schrift erstreckt, schliesst sie doch die menschliche Persoenlichkeit, den literarischen Stil oder persoenlichen Anteil nicht aus. Die Bibel bestaetigt ihre menschliche Autorschaft ebenso sehr wie die goettliche. Gott erreichte die Worttreue, die Er wuenschte, indem Er die menschlichen Autoren leitete, aber ohne den mechanischen Prozess des Diktierens. Einige Teile der Bibel wurden von Gott diktiert und als solche aufgezeichnet, aber ihr Grossteil wurde von menschlichen Autoren geschrieben, ohne dass ein Beweis fuer ein unmittelbares Diktat vorlaege.

Zusammenfassung einiger Kritischer Stroemungen

3. Die Theorie des inspirierten Gedankens: Verschiedentlich wurde versucht, die vollstaendige Inspiration der Bibel abzuschwaechen und die menschliche Autorschaft zu beruecksichtigen, indem gesagt wurde, dass Gott den Grundgedanken inspirierte, aber nicht die genauen Worte. Diese Ansicht fuehrt jedoch insofern zu ernsten Problemen, als die menschlichen Autoren dann moeglicherweise nur teilweise verstanden haben koennten, was Gott ihnen offenbarte, und bei einer Wiedergabe in ihren eigenen Worten haetten sie betraechtliche Fehler hineinbringen koennen.
Die Bibel widerspricht ausdruecklich der Idee, dass den menschlichen Autoren nur die Gedanken gegeben wurden. Wieder und wieder wird betont, dass die Worte der Heiligen Schrift inspiriert sind. Die Wichtigkeit der Worte selbst wird haeufig erwaehnt ( 2Mo 20,1; Joh 6,63; 17,8; 1Kor 2,13). In Zitaten aus dem Alten Testament wird vorausgesetzt, dass jedes einzelne Wort von Gott inspieriert ist, wie z.B. Joh 10,34-35 und Galater 3,16, und haeufig wird die Bibel als das Wort Gottes bezeichnet, wie z.B. in Eph 6,17; Jak 1,21-23 und 1Petrus 2,2. Ein feierlicher Fluch wird gegen jeden ausgesprochen. der etwas vom Wort Gottes wegnimmt/abschneidet/streicht (Off 22,18-19). Die Theorie des inspirierten Gedankens bleibt also weit hinter dem zurueck, was die Schriften die wahre Lehre der Inspiration nennen.

4. Teilweise Inspiration: Es werden auch verschiedene Theorien vorgefuehrt, die nur Teile der Bibel als inspiriert betrachten.

5. Die neoorthodoxe Sicht der Inspiration: Obwohl sie nicht notwendigerweise leugnet, dass uebernatuerliche Elemente in der Heiligen Schrift existieren, gesteht sie dennoch zu, Dass in der Bibel angeblich Fehler enthalten sind und sie deshalb nicht im woertlichen Sinne fuer wahr gehalten werden kann.

6. Die naturalistische Inspiration: Hierbei handelt es sich um die extremste Sichtweise des Unglaubens. Sie behauptet, dass die Bibel ein Buch wie jedes andere sei. Diese Sichtweise zerstoert jeden erkenn baren Anspruch der Bibel auf goettliche Autoritaetund laesst die erstaunlich sachliche Richtigkeit der Bibel ungeklaert.
Letztlich muss der Leser der Heiligen Schrift eine Entscheidung treffen. Entweder ist die Bibel das, was sie behauptet zu sein: das inspirierte Wort Gottes und ein Buch, auf das man sich verlassen kann, als ob Gott selbst es ohne menschliche Schreiber geschrieben haette - oder sie muss als Buch betrachtet werden, dass seine Behauptungen nicht beweist, und tatsaechlich nicht Gottes Wort ist. Viele Beweise koenntem zusammengetragen werden, die die Inspiration der Bibel stuetzen, doch ist es tatsaechlich so, dass die Schrift selbst ihre Behauptungen untermauert. Ihre Kraft hat sich im veraenderten Leben von Millionen Menschen gezeigt, die auf die Worte und Verheissungen der Bibel vertraut haben.

B. Das Zeugnis Christi

Die Tatsache, dass die Bibel vom Heiligen Geist inspiriert ist, wird durch viele interne Beweise dafuer, dass sie wirklich Gottes Wort ist, unterstuetzt und wird bestaetigt durch die Kraft, mit der das Wort Gottes Menschen beeinflusst und veraendert. Unter all diesen Beweisen ist jedoch einer der wichtigsten das Zeugnis von Jesus Christus selbst fuer die Tatsache, dass die Bibel von Gott inspiriert ist. Wann immer der Herr die Schriften zitierte - wie Er es haeufig tat -, zitierte Er sie als solche, die Autoritaet haben, und in voller Anerkennung dessen, dass sie diese Autoritaet durch die Inspiration des Heiligen Geistes erlangten. In Mt 5,18 bekraeftigt der Herr, dass auch nicht ein Jota (der kleinste Buchstabe des hebraeischen Alphabets) oder ein Strichlein (der kleinste Teil eines Buchstabens, der die Bedeutung aenderte) des Gesetzes unerfuellt bleiben wuerden. Wenn Genauigkeit und Inspiration sich bis hin zum einzelnen Buchstaben erstreckten, bestaetigte der Herr damit offensichtlich die Inspiration des gesamten Alten Testamentes.

In Joh 10,35 bekraeftigte Er, dass "die Schrift (...) nicht aufgeloest werden [kann]". Wieder und wieder bestaetigt das Neue Testament die genaue Erfuellung des Alten Testaments, wie z.B. in Mt 1,22-23 (vgl. Mt 4,14; 8,17; 12,17; 15,7-8; 21,4-5.42; 22,29; 26,31.56; 27,9-10.35 ). Diese Stellen aus dem Matthaeusevangelium sind typisch fuer das, was sich ueber das ganze Neue Testament erstreckt. Sogar wenn der Wechsel von einem Heilszeitalter in der Geschichte zum naechsten oder eine Veraenderung einer Lebensregel bestaetigt wird, werden die Autoritaet und die Inspiration der urspruenglichen Aussage in der Schrift nicht in Frage gestellt (Mt 19,7-1). Zitate aus dem Alten Testament erstrecken sich auf jeden wichtigen Bereich und stammen oft aus Buechern, die von liberalen Kritikern am haeufigsten angezweifelt werden, wie etwa das 5Buch Mose, Jona und Daniel ( 5Mo 6,16 - vgl. Mt 12,40 ; Dan 9,27;12,11 - vgl. Mt 24,15 ). Es ist logisch unmoeglich, die Inspiration des
Alten Testamentes in Frage zu ziehen, ohne gleichzeitig den Charakter und die Aufrichtigkeit von Jesus Christus anzuzweifeln. Aus diesem Grund fuehrt die Ablehnung des inspirierten Wortes Gottes zur Ablehnung des fleischgewordenen Wortes Gottes.

Der Herr Jesus Christus bestaetigte nicht nur die Inspiration und unfehlbare Richtigkeit des Alten Testaments, sondern Er sagte auch die Abfassung des Neuen Testamentes voraus. Nach Joh 16,12-13 sollten die Juenger vom Heiligen Geist Wahrheit empfangen, nachdem der Herr in den Himmel aufgefahren war. Er erklaerte, dass die Juenger Zeugen der Wahrheit sein wuerden (Mt 28,19; Lk 10,22-23; Joh 15,27; Apg 1,8). Der Herr gab den Juengern Vollmacht in ihrer Rede von der Wahrheit (Lk 10,16; Joh 13,19; 17,14.1; Hebr 2,3-4). Als das Neue Testament geschrieben wurde, waren die Schreiber sich bewusst, dass sie vom Geist Gottes geleitet wurden, und erklaerten freimuetig, dass das Neue Testament ebenso inspiriert sei wie das Alte. Genau wie David durch den Geist schrieb (Mt 22,43) und genau so wie der Psamist insiriert war (Heb 3,11-17; vgl Ps 95,7-11), so nimmt auch das Neue Testament in gleicher Weise Inspiration fuer sich in Anspruch. In 1Tim 5,18 werden sowohl 5Mo 25,4 als auch Lk 10,7 als gleichermassen inspirierte Teile der Heiligen Schrift zitiert. In 2Petrus 3,15-16 werden die Briefe des Paulus als Schriften eingestuft, die wie alle anderen Teile der Heiligen Schriftals Wort Gottes aufgenommen werden sollten. Das Neue Testament erklaert offensichtlich von sich selbst, die gleiche Inspiration zu haben wie das Alte Testament.


C. Wichtige Stellen zur Inspiration

Eine der zentralen Stellen zur Inspiration der Bibel finden wir in 2Tim 3,16 , wo bestaetigt wird: "Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nuetze zur Lehre, zur UEberfuehrung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit". Mit "Schrift" verweist der Apostel auf "die heiligen Schriften", die in 2Tim 3,15 erwaehnt werden und sowohl das Alte als auch das Neue Testament umfassen. Der Ausdruck "von Gott eingegeben" ist im griechischen Neuen Testament ein einzelnes Wort, theopneustos , das "gottgehaucht, von Gott eingehaucht" bedeutet.
Damit ist gemeint, dass die Schrift von Gott herruehrt und aufgrund dieser Tatsache dieselben vollkommenen Eigenschaften annimmt, die Gott selbst charakterisieren. Es waere fuer Gott unmoeglich, der Urheber von Irrtum zu sein. Die Inspiration bezieht sich nicht so sehr auf die Schreiber als vielmehr auf das Wort Gottes selbst.

Obwohl die Schreiber fehlbar und Irrtuemern unterworfen waren, hauchte Gott durch sie Sein unfehlbares Wort aus und leitete die menschlichen Schreiber durch goettliche Macht und Fuehrung dergestalt, dass das, was sie schrieben, tatsaechlich das unfehlbare Wort Gottes war. Weil es das Wort Gottes ist, ist es nuetze zur Lehre oder zum Unterricht und zur UEberfuehrung, zur Zurechtweisung und zur Unterweisung in der Gerechtigkeit.

Eine der wichtigen Fragen, die oft aufgeworfen werden, ist die: Wie konnte Gott die Schrift inspirieren, indem Er einerseits menschliche Autorschaft und Individualitaet beruecksichtigte und andererseits Sein inspiriertes Wort ohne Fehler hervorbrachte? Die Frage, wie Gott eine uebernatuerliche Handlung durchfuehrte, ist immer unerforschlich; aber in 2Petr 1,21 wird etwas Licht auf diese Frage geworfen, wo in Verbindung mit der Eroerterung der Prophetie in der Schrift erklaert wird: "Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Maenner Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geiste." Ganz gleich, ob sie nun Propheten waren, die die Botschaft muendlich oder schriftlich weitergaben, die Erklaerung ist die, dass sie es "getrieben vom Heiligen Geiste" taten. Das mit "getrieben" uebersetzte Wort bedeutet auch "eine Last tragen". Diese Aussage bedeutet also, dass die menschlichen Autoren zu dem von Gott beabsichtigten Ziel fortgetragen werden, so wie ein Schiff seine Passagiere zu seinem letzten Ziel bringt. Obwohl die Reisenden auf einem Schiff eine gewisse menschliche Freiheit besitzen und sich auf ihm frei bewegen koennen, werden sie dennoch auf jeden Fall und zwangslaeufig zum Bestimmungsort des Schiffes gebracht. Wenn diese Erklaerung auch nicht vollstaendig ist, da das Wirken der Inspiration jenseits des menschlichen Verstandes oder menschlicher Erklaerung liegt, so macht sie doch klar, dass die menschlichen Autoren nicht sich selbst ueberlassen waren und lediglich mit ihren eigenen Kraeften ans Werk gingen. Gott wirkte durch sie, indem Er Sein Wort durch sie als die Kanaele aushauchte. Einige Teile der Schrift wurden sicher ausdruecklich von Gott diktiert, wie zum Beispiel die Gesetzgebung in 2Mo 20,1-7 . Immer wieder verkuendet das Alte Testament, dass "Gott sprach" ( 1Mo 1,3 ). Eine andere haeufige Formulierung ist "dass das Wort des Herrn" zu einem der Propheten "geschah" (vgl Jer 1,2; Hos 1,1; Jon 1,1; Mi 1,1; Zeph 1,1; Hag 1,1; Sach 1,1). In anderen Faellen sprach Gott durch Visionen oder Traeume (Dan 7,1). Obwohl die Art und Umstaende goettlicher Offenbarungen wechselten, spricht Gott in ihnen allen doch autoritativ, genau und Irrtumsfrei. Das Wort Gottes hat also dieselbe Eigenschaft der absoluten Wahrheit, wie sie auch in der Person und dem Charakter Gottes selbst liegt.


D. Einschraenkende Ueberlegungen

Wenn man erklaert, dass die ganze Bibel wahr und von Gott inspiriert ist, muss die Tatsache beruecksichtigt werden, dass sie manchmal eine Luege als Luege aufzeichnet, wie im Falle der Luege Satans in 1Mo3,4. Die Bibel kann auch die Erfahrungen und Ueberlegungen von Menschen aufzeichnen, wie es im Buch Hiob und Prediger veranschaulicht wird. Hier muss das, was die Schrift tatsaechlich von ihrem Denken und Reden zitiert, geprueft werden anhand der klaren Aussagen zur Wahrheit an anderen Stellen in der Bibel. Demzufolge sind einige der Behauptungen von Hiobs Freunden falsch, und einiges im Philosophieren des Predigers geht nicht ueber menschliche Weisheit hinaus. Wo immer die Bibel jedoch eine Tatsache auch wirklich zur Tatsache erklaert, muss sie auch wahr sein, sei es, dass sie in einer Offenbarung von Gottes eigenem Wesen, Seiner moralischen Normen oder Seines prophetischen Programmes enthalten ist, oder sei es, dass sie Geschichte, Geographie oder mit der Wissenschaft im Zusammenhang stehende Fragen beruehrt. Es ist ein erstaunliches Zeugnis fuer die Richtigkeit des Wortes Gottes, dass, obwohl die Autoren moderne wissenschaftliche Entdeckungen nicht vorhersehen konnten und auch keine technische Sprache gebrauchten, sie dennoch zu nichts im Widerspruch stehen, was der Mensch als wirklich wahr entdeckt hat.
Es gibt Probeme in der Bibel, die Fragen aufwerfen moegen. Manchmal scheint sich die Bibel wegen unseres Mangels an Informationen selber zu widersprechen, wie zum Beispiel in der Darstellung der Blindenheilung nahe Jericho, wo unterschiedliche Darstellungen auf einen oder zwei blinde Maenner hindeuten (Mt 20,30; Mk 10,46; Lk 18,3) und wo der Vorfall auf dem Wege nach Jericho hinein (Lk 18,35) oder aus Jericho hinaus (Mk 10,46; Lk 19,1) spielt. Probleme dieser Art weichen jedoch vor beharrlichem Studium, und die Schwierigkeit koennte geloest werden, wenn alle Fakten bekannt waeren.
So gab es zum Beispiel zwei Staedte mit Namen Jericho, eine alte und eine neuere. Der Herr haette die eine verlassen und die andere betreten koennen. Viele der Bibel unterstellte Fehler konnten durch archaeologische Entdeckungen geklaert werden. Tatsaechlich weiss niemand genug, um Aussagen der Bibel widersprechen zu koennen, ob sie sich nun auf die Erschaffung der Welt oder auf die des Menschen beziehen oder sich auf gewisse Einzelheiten der Erzaehlung erstrecken. Richtig verstanden steht die Bibel fest als das Denkmal von Gottes eigener Aufrichtigkeit und Wahrheit dar, und ihr kann genauso vertraut werden, als ob Gott selbst direkt zu dem einzelnen Leser der Schrift sprechen wuerde. Obwohl jeder denkbare Versuch gemacht worden ist, die Bibel zu untergraben und zu zerstoeren, bleibt sie fuer diejenigen, die die Wahrheit ueber Gott suchen, die einzige autoritative und irrtumslose Quelle der goettlichen Offenbarung.

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1. Erklaeren Sie, was mit der Inspiration der Bibel gemeint ist.
2. Inwieweit ist die Bibel inspiriert?
3. Was ist gemeint mit woertlicher, vollstaendiger Inspiration?
4. Inwieweit ist die Bibel unfehlbar und irrtumsfrei, und was bedeuten diese Begriffe?
5. Wie koennen Sie erklaeren, dass die Bibel unwahre Aussagen von Menschen wiedergibt?
6. Inwieweit erstreckt sich die Inspiration auf Kopien und UEbersetzungen der Bibel?
7. Erklaeren Sie die mechanische oder Diktattheorie der Inspiration, und zeigen Sie auf, warum sie unangemessen ist.
8. Welches sind die Probleme der Theorie des inspirierten Gedankens?
9. Welches sind die Probleme der Theorie der teilweisen oder graduellen Inspiration?
10. Wie unterscheidet sich die neoorthodoxe Sicht der Inspiration von der orthodoxen Sicht?

11. Warum muss die naturalistische Sicht der Bibel verworfen werden?
12. Was lehrte Christus ueber die Inspiration der Bibel?
13. Wie bestaetigen Zitate aus dem Alten Testament die Inspiration des Alten Testaments?
14. Welche Hinweise werden im Neuen Testament dafuer gegeben, dass es ebenso von Gott inspiriert ist?
15. Eroertern Sie den Beitrag von 2Tim 3,16 .
16. Welchen Beitrag leistet 2Petr 1,21 , was die Methode der Inspiration anlangt?
17. Zeigen Sie auf, inwieweit die Bibel ihre eigene Inspiration bestaetigt.
18. In welcher Beziehung steht die Inspiration zu der Wahrheit menschlicher Erfahrungen und UEberlegungen, wie sie im Buch Hiob und Prediger dargestellt werden?
19. Was sollte unsere Antwort auf scheinbare Widersprueche in der Bibel sein?
20. Wenn man das Thema der Inspiration insgesamt betrachtet, warum ist es so wichtig?
 
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