Die Versoehnung - Haeven-Up.de

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Biblische Grundlagen > Die Bibel lehrt

1) Versoehnung unter Menschen
Versoehnung bezeichnet in der Bibel zunaechst die Verstaendigung, Aussoehnung zwischen Menschen. So versucht Jakob bei seiner Rueckkehr seinen Bruder Esau, der ihm wahrscheinlich noch wegen des alten Betruges zuernt, durch vorausgesandte Geschenke zu versoehnen ( 1Mose 32,2 ). Ein Weiser kann als Ratgeber seinen ergrimmten Koenig versoehnen (Sprueche 16,14 ; vgl. 25,15 ); ein Mann, dessen Frau durch einen andern verfuehrt worden ist, laesst sich jedoch auf keine Weise auf eine Versoehnung ein ( Sprue 6,34 ). Jesus gebietet die Versoehnung mit dem Bruder vor der Darbringung der eigenen Opfergabe (Mt 5,24). In 1Kor 7,11 heisst sich versoehnen eine geschiedene Ehe wiederherstellen. In allen Faellen ist das Neuwerden einer durch Schuld oder vermeintliche Schuld zerstoerten menschlichen Gemeinschaft gemeint. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn will Jesus zeigen, was Versoehnung bedeutet fuer Gott und Menschen (Lukas 15,11-32)
2) Versoehnung mit Gott
a) Durch jede Suende, d.h. jedes Handeln gegen Gottes Willen ist die Gemeinschaft zwischen Gott und dem einzelnen Menschen bzw. dem Volk Gottes gestoert; der Herr steht ihnen nun in seinem Zorn entgegen und laesst die ganze Volksgemeinde die Folgen (z.B. Niederlage oder Hungersnot) solange tragen, bis sie den Frevel in ihrer Mitte gesuehnt, die Schuldigen fuer ihr Vergehen gegen Gottes Gebot gerichtet und damit die Versoehnung herbeigefuehrt hat. Darum wird Achan mit seiner ganzen Familie getoetet (Josua 7), und fuer die Blutschuld Sauls liefert David sieben seiner Nachkommen den Gibeoniten zur Hinrichtung aus (2Sam 21). Nur das Blut des Suenders suehnt die Verfehlung und bewirkt die Versoehnung des Volkes bzw. Landes mit Gott (vgl. 4Mo 35,33 ). Das gilt jedenfalls fuer alle Suenden »aus Vorsatz ( 4Mose 15,30) oder »mit erhobener Hand und fuer schwere Suenden wie die der Priester des Hauses Eli (1Samuel 3,14).
b) Es bestand in Israel eine von Gott gesetzte Ordnung, nach der bestimmte Schuldverfehlungen - genannt werden verschiedene Eigentumsvergehen und falsche Eide in Verbindung damit ( 3Mo 5,21; 6,1 ) - und vor allem unbewusste, versehentlich begangene Uebertretungen (3Mo 4,2; 5,17) durch stellvertretendes Opferblut gesuehnt werden konnten und sollten (3 Mose). Auf diese Weise Israel zu versoehnen, also die Gemeinde als Ganze von den Auswirkungen einer in ihrem Bereich begangenen Suende zu befreien (vgl. 5Mo 21,1-9), ist das Amt Aarons und seiner Soehne (1Chr 6,34. 49), ja die Aufgabe des Tempeldienstes ueberhaupt (Neh 10,3 ; vgl. 2Chr 29,24). Das Mittel solcher Versoehnung ist in jedem Fall (tierisches)  Blut . Denn das Blut ist die Entsuehnung, weil im Blut das Leben ist ( 3 Mo 17,1 ). Indem der Priester, d.h. der Mensch, so nach Gottes Anweisungen handelt, bewirkt er in den angegebenen Faellen, also vor allem bei den nicht willentlichen Uebertretungen (4Mo 15,22-29), die Versoehnung, so daß Gott dem Volk bzw. dem betreffenden Menschen vergibt.
c) Der alttestamentliche Opferdienst ist nicht nur in seiner Zustaendigkeit begrenzt, er kann einfach wesensmaessig keine vollstaendige und dauerhafte Versoehnung herbeifuehren. "Kann doch keiner einen anderen ausloesen oder fuer ihn an Gott ein Suehnegeld geben - denn es kostet zuviel, ihr Leben auszuloesen; er muss davon abstehen ewiglich" (Psalm 49,8). Auf die Frage: 'Womit soll ich den Herrn versoehnen?' (AT Buch Micha 6,6) antwortet Micha: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, naemlich Gottes Wort halten, Liebe ueben und demuetig sein vor deinem Gott" (Michabuch 6,8). Aber gerade dieses Ziel, dass der Mensch vor Gott nicht mehr zu vergehen (dahinschmelzen, sterben) braucht (AT Jesajabuch 6,3-5), hat der alttestamentliche Opferdienst nicht erreicht. Somit weist er auf die Nortwendigkeit einer neues, allumfassenden Versoehnung hin, die Gott selber schaffen muss und die gerade im Jesajabuch (Jesajabuch 6,7) schon angedeutet ist.
d) Das 'Neue Testament' verkuendigt auf dem Hintergrund des 'Alten Testamentes' nun ein einmaliges, allumfassendes Opfer. Das Leben und Sterben des Jesu Christi aus Nazareth ist die endgueltige und voellige Versoehnung der Menschheit mit Gott, in welcher allen Menschen das Heil (von den Suenden) und die Rettung (vor der Hoelle) angeboten wird. Denn wie durch einen Menschen die Suende in die Welt gekommen ist, und durch die Suende der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist (Adam), weil sie alle gesuendigt haben, so ist auch durch eines (Menschen) Gerechtigkeit die Gerechtmachung zum Leben ueber alle Menschen gekommen (Roemerbrief 5,12.18). "Gott war in Christus und versoehnte die Welt mit sich selbst und rechnete ihnen ihre Suenden nicht zu" (2.Korintherbrief 5,19). Gott selber hat also diese Versoehnung aus seiner Liebe heraus vollbracht (1.Johannesbrief 4,10), den zum Tode geweihten Suendern aus lauter Gnade und Barmherzigkeit Vergebung ihrer Suenden und Rechtfertigung geschenkt und ihnen von neuem die Gemeinschaft mit ihm angeboten. Sein Ziel ist, in Christus alles mit sich zu versoehnen (Kolosserbrief 1,20).
Damit die Versoehnung auch zu allen gelangen kann, die Gott fuer alle Menschen erwirkt hat, und sie auch sein Angebot annehmen koennen, muss jeder diese Botschaft hoeren und Gottes versoehnendes Handeln annehmen uund an sich persoenlich geschehen lassen. Darum hat der Herr Jesus seine christlichen Gemeinden mit dem Dienst der Versoehnung (2.Korintherbrief 5,18-21) beauftragt, indem sie an Christi Stelle bitten: "Lasst euch versoehnen mit Gott" (2. Korintherbrief 5,20). Wer dieses Evengelium annimmt, ist unter dem einen Haupt (VChristus) zu einer neuen Menschheit gekommen, der Wohnung Gottes im Geist (Epheserbrief 2,11-22).

 
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