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Biblische Grundlagen > Die Bibel lehrt

Was ist Suende? "Suende" ist im allgemeinen Sprachgebrauch die Uebertretung eines Gesetzes oder eines Gebotes, welche das Zusammenleben einer menschlichen Gesellschaft regeln."
Zum Beispiel:  Diebstahl ist eine Suende gegen das Eigentum eines anderen Menschen unserer Gesellschaft. Ehebruch ist Treuebruch, das Brechen des Eheversprechens eines Ehepaares unserer Gesellschaft.
Mord ist das Beenden des Lebens eines anderen Menschen unserer Gesellschaft; weiter: Suenden im Strassenverkehr oder Ess-Suenden u.s.w. sind eher als Gesetzesbruch und brechen persoenlicher Vorsaetze anzusehen.
Der Begriff "Suende" kommt aus den juedisch-christlichen Schriften.
Um eine klare Erfassung des Begriffs "Suende" aus christlicher Sicht zu erreichen, ist eine sachliche Betrachtung der Bibel und Trennung zwischen "Altes -" und "Neues Testament" noetig.
 Im  alten Testament
Im Unterschied zum deutschen Wort 'Suende' koennen die hebraeischen Woerter auch rein weltlich gebraucht werden und haben dann keinen religioesen Akzent. Dennoch werden selbst bei solchem Gebrauch schon wichtige Zuege der Suende deutlich. 'Suende'ist im Alten Testament kein abstrakter Begriff, sondern eine sich im Leben der Menschen zeigende Verhaltensweise. Mag darum auch die Erscheinungsart der 'Suende' verschieden sein - als Verfehlung des von Gott gesteckten Zieles, als Auflehnung gegen Gott, als schuldhafter Ungehorsam oder auch als menschlicher Irrtum - in ihrem Kern und Wesen bedeutet 'Suende' immer: "An dir allein (Gott) habe ich gesuendigt" (Psalm 51,6). Zu den hebraeischen Woertern muss also die Beziehung zu Gott kommen, um das menschliche Handeln zur 'Suende' und den Menschen als 'Suender' erkennen.

An der Vielfalt der hebraeischen Woerter wird aber auch deutlich, da die 'Suende' in ihrer ganzen Breite begrifflich nicht ganz zu fassen ist, sondern uns immer nur im Detail sichtbar wird. Die hebraeische Sprache hat eine Reihe von Woertern, die im Deutschen mit 'Suende' bzw. 'suendigen' wiedergegeben werden. Die wichtigsten Wurzeln sind, neben vielen anderen, folgende:
1) "chatha" und seine Ableger deuten eine Bewegung in die falsche Richtung bzw. die »Verfehlung« des eines Zieles an.
2) "pascha" als Taetigkeitswort und das zugehoerige Hauptwort bringen Auflehnung zum Ausdruck.
3) "awah" heisst zuerst 'gekruemmt'. Das davon abgeleitete Hauptwort 'awon' legt den Gedanken der Schuld mit in den Begriff der 'Suende'.
4) "schagah" und das Hauptwort 'schegagah' druecken das im menschlichen Sein begruendete 'Ver-irren' oder 'Ab-irren' aus.
Das Wesen der Suende
Am Bericht vom Suendenfall wird das Wesen der 'Suende' offenbar. Ohne Zweifel geht es beim Suendenfall um mehr als um den ersten Ungehorsam gegen Gott. Der verbotene Baum im Paradies ist gleichsam die Grenzmarke, die den Menschen in all seiner von Gott verliehenen Hoheit an seine Geschoepflichkeit erinnert. Deshalb geht es beim Suendenfall um das 'Wie Gott sein wollen'  und damit zugleich um den Verlust der Unschuld, die kindlich am Vater und Schoepfer haengt. Sie wird durch die eigenmaechtige Erkenntnis von Gut und Boese ersetzt. Im Suendenfall revoltiert das Ich und greift nach einer angeblich vorenthaltenen Freiheit.
Darin zeigt sich das Wesen der 'Suende': In ihr wendet sich der Mensch von Gott ab, sowohl im Blick auf die Furcht als auch auf das Vertrauen zu Gott, und er erhebt sein 'Ich' auf den Thron.
Der Suendenfall ist das entscheidende Ereignis nach der Schoepfung. Durch ihn verliert die Menschheit das Paradies, die Gemeinschaft mit Gott. Hier wird ueber die ganze Menschheit entschieden (Roemerbrief Kap. 5 Vers 12). Jede einzelne 'Suende' hat hier ihren Ursprung und ihr Vorbild, und bekommt von hier aus ihre volle und furchtbare Bedeutung. Zugleich ist auch der Mensch als Suender blossgestellt. Er ist es, der die 'Suende' will, weil er Empoerer gegen Gott ist. Und weil er die 'Suende' und die Empoerung will, ist er auch schuldig. In diesem selbstverschuldeten Zustand der 'Suende' lebt er als sein eigener Gefangener, der die 'Suende' nicht ueberwinden kann, sondern ihr dienlich ist. Denn wer 'Suende' tut, der ist ihr Knecht (Johannesevangelium Kap. 8 Vers 34). Fuer dieses Gefangensein in der 'Suende' gebraucht das theologische Denken seit Augustin den Begriff der "Ursuende" oder "Erbsuende" - wobei 'Ursuende' ausdruecken will, dass sie immer schon da war, was ja nicht stimmt, sondern der Ausdruck "Erbsuende" besser passt - sie wurde durch den 'Suendenfall' Adam und Evas genetisch vererbt und danach sind alle Menschen betroffen.
Suende' und Schuld
Die Bibel gibt keine volle Erklaerung der "Suende", doch sie weiss von einer dritten Macht ausser Gott und dem Menschen: dem Satan oder Teufel, oder der 'Macht der Finsternis' (Kolosserbrief Kap. 1 Vers 13). Aber sie belaesst es damit, unmissverstaendlich die Existenz und das Wirken dieser Macht zu bezeugen, ohne ueber das Boese zu philosophieren (vgl. 1. Korintherbrief Kap. 13 Vers 5; griech.: ou logizetai), und spricht nie von der Herausnahme des Menschen aus der Verantwortung fuer seine 'Suende'. Suende ist immer Schuld. Hier kennt das Alte Testament keinen Unterschied (die Wurzel 'ascham' drueckt im Hebraeischen ganz besonders die 'auf dem Menschen lastende Schuld' aus;
Schuld ist immer mit Unreinheit gleichzusetzen. Dabei hat die Unterscheidung zwischen irrtuemlicher (3. Mosebuch Kap. 4 Vers 13 und 22) und willentlicher (4. Mosebuch Kap. 15 Vers 30) Ãœbertretung nur eine graduelle Bedeutung. Auch der Hinweis auf die Schwaeche des Menschen (Buch Hiob Kap. 15 Vers 14; Kap. 25 Vers 4; Psalm 51 Vers 7; Kap. 143 Vers 2) ist nicht Entschuldigung. Suende bringt den Menschen in Gottes Schuld und verlangt Genugtuung. Hier hat Gott im AT den ganzen Reichtum des Opferdienstes (Opfer) gegeben. Gewiss ist das vom Neuen Testament her gesehen nur ein vorlaeufiger Ausweg aus dem Gericht, das der Suende droht. Aber hier wird die Suende noch einmal besonders deutlich als eine menschliche Verhaltensweise, die den Menschen in die Frontstellung gegen Gott stellt, in der er seine Aufgabe, als Gottes Geschoepf zu leben, verfehlt. Diese Verfehlung ist immer zugleich Schuld , und das heisst Verpflichtung. Damit aber ist der Mensch als Suender nicht von Gott aus dem Programm genommen. Das Alte Testament kommt mit der Suende und dem Suender nicht zu Ende. Es weiss nur einen vorlaeufigen Ausweg, aber es weist schon auf die endgueltige Loesung hin (Buch Jesaja Kap. 53). Ernst zu nehmende alttestamentliche Gerichte ueber die Suende sind Folgende:
Allgemeine Gerichte ueber die damalige Welt:
1) "Der Tod kam in das Leben des Menschen", Folge der Vertreibung aus dem Paradies;
2) "Die Sintflut kam ueber die Erde und vertilgte alles Leben von der Erde, Mensch und Tier;
3) "Die Verwirrung der (Einen) Sprache" als Folge des Turmbaus zu Babel;
Vergangene Gerichte als Folge des Ungehorsams Israels als Volk Gottes: a) "Die Gefangen- und Knechtschaft Israels" (Sklaverei) in Aegypten;
b) "Die Gefangennahme Israels" (1. Wegfuehrung; 2. Wegfuehrung) nach Babylon;
c) "Die roemische Besatzung";
d) "Die Zerstreuung des Volkes Israel" als  Folge der Verwerfung Jesu Christi als ihr Messias;
Zukuenftige Gerichte als Folge des Ungehorsams Israels als Volk Gottes:
Krieg gegen das Volk Gottes und Besetzung Israels durch den Antichristen
 Im Neuen Testament
Eine Trennung zwischen Altes - und Neues Testament ist darum gerechtfertigt, weil das  Alte Testament zwar die Not der Suende und des Suenders in der ganzen Tiefe aufdeckt, aber das Neue Testament allein ueber die Ueberwindung der Suende in Jesus Christus redet.
JESUS ist Ueberwinder der Suende
1) Es ist auffallend, wie wenig die Evangelien (ausgenommen Johannes) den Begriff  Suende  erwaehnen. Jesus entwickelt keine systematische Lehre von der Suende. Sie ist fuer ihn eine Wirklichkeit des Menschen. Das
ist die selbstverstaendliche Voraussetzung seiner Predigt und Wirksamkeit. Sein Dienst ist Ueberwindung der Suende und Rettung aus ihr (Matthaeusevangelium Kap. 9 Vers13). An Jesus und seiner Verkuendigung bricht die Suendhaftigkeit des Menschen auf (Lukasevangelium Kap. 5 Vers 8). Denn Jesus proklamiert Gottes Herrschaft (Markusevangelium 1,15). Aber es geschieht mehr als nur das Aufdecken der Suendhaftigkeit. In Jesus streckt Gott seine Hand aus, die den Suender heimholt zu ihm (Lukas 5,10; 7,37; 19,1). Jesus ueberwindet die Suende durch Vergebung im Auftrag Gottes ( Matthaeusevangelium 9,1-8). Dazu ist er bevollmaechtigt, weil er die "Suende der Welt" traegt (Johannes 1,29.36; 1.Johannes 1,7; 2,2). Damit schenkt er volle Freiheit (Johannes 8,34.36). Durch sein Werk scheidet Jesus die Menschheit, weil er zur Entscheidung aufruft (Johannesevangelium Kap. 9 Vers 41; Kap. 15 Vers 22). Wer ihn ablehnt, empfaengt den Tod (Johannesevangelium Kap. 8 Vers 24; wer ihm seine Suenden bekennt, empfaengt Vergebung (1. Johannesbrief Kap. 1 Vers 9)
2.) Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukasevangelium Kap. 15) macht das Wirken Jesu gegen die Suende am deutlichsten. Suende ist Abwendung vom (oder ...Vorbeigehen am...) Vaterhaus und Umherirren in der Fremde. Das Kommen Jesu jedoch bringt Erkenntnis der Suende und ruft den Suender zur Busse und Umkehr u Gott auf. Im Namen Jesu darf der Suender umkehren (schau bei Bekehrung). Er findet Gott als den wartenden Vater, der ihn in Liebe aufnimmt. Lukas 15 Vers 21 macht dabei die ganze Tragik der Suende, die Verschuldung gegen Menschen und Gott, deutlich.
3.) Jesus ist die einzige Moeglichkeit, die Suende zu ueberwinden. Wer Jesus trotz Erkenntnis als Ueberwinder seiner Suende ablehnt, muss in ihr beiben (Johannesevangelium 8 Vers 21). Damit wird der ganze Ernst der Lage deutlich. Die Folge ist die ewige Verdammnis, wenn nicht jemand doch umkehrt.
Suende kann ueberwunden werden
Am ausfuehrilchsten redet der Apostel Paulus von der Suende, ohne jedoch eine Suendenlehre zu entwickeln. Das tut er nur um den Ort zu bestimmen, wo ihn die Gnade Gottes und die Erloesung des Christus traf.
1) Die Erkenntnis der Suende hat bei Paulus ihren Grund in der Begegnung mit dem erhoehten Christus (1. Korintherbrief Kap. 15 Vers 9; 1. Timotheusbrief Kap. 1 Vers 15) der ihm vor Damaskus vor Augen fuehrte, dass die von ihm eingeleitete Verfolgung der 'Gemeinde Jesu' nichts anderes ist, als die letzte Konsequenz einer abgrundtiefen Gottesfeindschaft. Als Suender ist er Feind Gottes - Jesus aber ueberwindet ihn und seine Suenden. Jetzt erst besteht ueberhaupt fuer Paulus die Moeglichkeit, das Wesen der Suende zu erfassen.
2) Die Suende kam durch das Versagen Adams in die Welt (Roemerbrief Kap. 5 Vers 12), und genau hier geschah ihr Einbruch in die Menschheit. Der Anreiz zur Suende ist eine Macht die ausserhalb vom Menschen liegt, und der Teufel geht als Versucher um (Matthaeus 4, 1-11). Durch das Erbe von Adam kann er jedoch der Versuchung zur Suende nicht widerstehen, sondern gibt ihr nach dennsie wohnt sie in ihm und ist Bestandteil seines Lebens (Matthaeus 15, Vers 19).
3) Suende bringt den Tod mit sich (Roemerbrief Kap. 6,23). Am Tod erkennt man die Suendenverfallenheit der Menschheit (1. Korintherbrief Kap. 15,56). Mehr als nur eine menschliche Verhaltensweise, die sich in einzelnen Taten erweist, ist sie der Zustand der Menschheit schlechthin. Sie steht "Unter der Suende", genauso wie sie sich unter der Sonne das Leben abspielt. Blicken wir auf die Suenden als Einzeltaten und als Zustand und Wesen des Menschen, sehen wir die Fuechte der einzelnen Tat-Suenden.
4) Nun gibt es noch eine Macht, welche die Suende lebendig macht: Das Gesetz (Roemerbrief 5, Kap. 13; Galaterbrief 3,19). Es ist Gottes Werkzeug um blosszustellen, was die Suende ist. Am Gesetz offenbert sich der Mensch in seiner Auflehnung und suendhaften Selbstbehauptung gegen Gott (Roemerbrief 1,21). Das ist die Suende Adams. Am Gesetz wird aber auch ihre daemonische Macht deutlich. In seinem fleischlichen Sein ist der Mensch als Sklave unter die Suende verkauft, sie beherrscht ihn (Roemerbrief 7, Vers 14).
5) Aber Paulus weiss bei alledem, dass die Suende eine ueberwundene Macht ist durch Jesus Christus (Roemerbrief 8,3). Durch Jesu Tod am Kreuz wird die Suende vernichtet, weil Gott ihn, den Suendlosen, zur Suende gemacht hat (2. Korintherbrief 5 Vers 21). Was Jesus am Kreuz erlitten hat, hat er fuer uns, den Suender, erlitten. Somit bringt er die entscheidende Wende fuer die Menschheit, weil mit ihm die Gnade zur Herrschaft kommt. Damit bricht die Freiheit fuer den Menschen an, der unter der Suende ist. Im Glauben an Jesus wird er mit hineingenommen in seinen Tod und stirbt der Suende (Roemerbrief 6,2). Nun hat die Suende kein Recht mehr an ihm, er ist von der Meacht der Suende befreit (Roemerbrief 6,13.18), der Mensch im Glauben lebt fuer Gott und Jesus Christus.
6) Das Leben im Glauben ist spannungsvoll. Denn Befreiung von der "Herrschaft der Suende" in diesem Koerper heisst nicht Suendlosigkeit. Der Glaubende ist noch nicht vollendet (Roemerbrief 8,10), sondern wartet darauf, dass die 'Suende' und ihre Auswirkungen auf die Menschheit mit der Wiederkunft Jesu Christi endgueltig vernichtet werden (Roemerbrief 8,11; 1.Korintherbrief 15,26). Bis dahin steht sein Leben unter der immer wieder notwendigen Reinigung, der Vegebung durch das Blut Jesu, was er dazu fuer uns vergossen hat, das uns reinigt von aller Ungerechtigkeit (1. Johannesbrief Kap. 1 Verse 7-10; Kap. 3 Vers 3). Christen leben in der Vergebung und sind voller Hoffnung auf das baldige Wiederkommen des Herrn Jesus Christus.

 
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