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Biblische Grundlagen > Was Gott ist
Kurze Info zur Wortbedeutung von "Liebe"
1) Zunaechst bedeutet "philia, phileo" liebhaben, jemandem wohlgesinnt sein, bis hin zu liebkosen, kuessen als Zeichen herzlicher Verbundenheit (Lk 7,38. 45; 15,20; 22,47 ; Apg 20,37). Es wird für die Liebe Gottes des Vaters zu Jesus gebraucht (Joh 5,20), ebenso für die Liebe zwischen Eltern und Kindern (Mt 10,37). In Joh 21,15b. 16b.17 meint es die Liebe des Petrus zum Herrn, hier aber im Gegensatz zum zweiten Wort (Joh 21,15a.16a).
2) Dies im Profangriech. wenig gebrauchte "agapae , agapao" bezeichnet im Neuen Testament ganz umfassend alle echte Liebe: die Liebe Gottes zu uns Menschen (Joh 3,16), die daraus entspringende Liebe der Menschen untereinander (Mt 22,39), die Feindesliebe (Mt 5,44), die Liebe des Mannes zur Frau (Eph 5,25.28.33); ebenso aber auch egoistische, fehlgeleitete Liebe (Lk 11,43; 2Tim 4,10; 2Petr 2,15 ; 1Joh 2,15).

Das hebr. Alte Testament der Bibel hat insgesamt acht Woerter bzw. Wortstaemme, um Liebe in ihren verschiedenen Sinnfaerbungen auszudruecken: lieben, sich erbarmen, Mitleid, Wohlgefallen oder Verlangen haben, sich einem Wunsch hingeben. Die Mehrzahl davon bezeichnet sowohl goettliche wie menschliche und auch geschlechtliche Liebe. Nur ein Wort, das zu negativ in der letzten Richtung gepraegt ist, scheidet fuer die Gottes- und Naechstenliebe aus.

Wir sehen, dass das Wort "Liebe" komplexer ist als man vielleicht oberflaechlich denkt.

IM ALTEN TESTAMENT

1) Das AT nennt zunaechst die Liebe der Menschen untereinander:
a) Die Liebe, die Mann und Frau verbindet, z.B. Jakob und Rahel (1Mo 29,2);
b) Liebe als Maennerfreundschaft, herzliche Verbundenheit in Glueck und Unglueck wie bei David und Jonatan (1Sam 18,3; 2Sam 1,26);
c) Elternliebe, die auch die Haerte der notwendigen Strafe einschliesst (Spr 13,24 ; vgl. Hebr. 12,5-11).
d) Das Gebot der Liebe zum - Naechsten gilt zuerst dem israeLiebeVolksgenossen (3Mo 19,18), wird aber auch auf den - Fremdling ausgedehnt (V. 34), in Spr 25,21 sogar auf den Feind . Dazu ist die liebevolle Fuersorge fuer den Besitz des Bruders (5Mo 22,1-4) ebenso dem Vieh des Feindes gegenueber geboten (2Mo 23,4).

2) Weiter spricht das AT vielfach von der Liebe des Menschen zu Gott. Der Blick des Menschen wird vor und ueber allem andern auf Gott gerichtet: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, liebhaben" (5Mo 6,5). Aus dem Gebot waechst die Liebe zu Gott, wie sie von Salomo berichtet wird (1Koen 3,3), die sich in dem frohen Bekenntnis ausdrueckt: "Herzlich lieb habe ich dich, Herr, meine Staerke" (Ps 18,2). Diese Liebe umfasst zugleich die Staette des Hauses Gottes (Ps 26,8) und sein Gesetz (Ps 119,97. 113 u.oe.); darum heisst es haeufig »Gott lieben und seine Gebote halten« (2Mo 20,6 ; 5Mo 5,10; 7,9 ; Neh 1,5), »ihn lieben und ihm dienen« (5Mo 10,12; 11,13 ; Jes 56,6), "ihn lieben und auf seinen Wegen gehen" (5Mo 11,22; 19, ; Jos 22,5). Wer Gott liebt, hasst das Arge (Ps 97,10).

3) Diese Liebe zu Gott, ueberhaupt die ganze Existenz des Menschen als Liebender, wurzelt jedoch in Gottes Liebe zu uns. Er hat Israel erwaehlt, nicht weil es ein besonders grosses und starkes Volk gewesen waere, sondern weil er es geliebt hat (5Mo 7,6-8 ; Hos 11,1). Liebe ist das stetige Grundmotiv des Handelns Gottes mit seinem Volk (Hos 3,1; 11,7-9): "Ich habe euch lieb, spricht der Herr"  (Mal 1,2). Aus der Begegnung mit der Liebe Gottes, der denen, die ihn lieben, Barmherzigkeit erzeigt (5Mo 5,10), grossen Frieden gibt (Ps 119,16) und sie behuetet (Ps 145,20), fliesst dann die Liebe zum andern Menschen, zum Naechsten und Fremdling (3Mo 19,18. 3).

4) Menschliche Liebe kann aber auch fehlgehen, zum Besitz (Pred 5,9) und sogar zum Boesen (Mi 3,2). Damit fordert sie Gottes Gericht heraus, hinter dem im letzten aber doch wieder die Liebe steht. Nur einen Augenblick hat der Herr Israel verlassen, dann wendet er sich ihm in neuer und bleibender Liebezu (Jes 54,5-8). Dem Volk im Unglueck laesst Gott durch Jeremia sagen: "Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Guete"  (Jer 31). Diese trotz aller menschlichen Untreue aushaltende Liebe Gottes fuehrt hinueber zu seinem neuen Liebeshandeln in Jesus Christus im NT.

IM NEUEN TESTAMENT

Staerker noch als im AT geht es im NT um die Liebe Gottes und die gottgewirkte Liebe –

1) Zentral aufgenommen wird vom AT
her das doppelte Gebot der Gottes- und NaechstenLiebe( Mt 22,36-39 ). "In diesen zwei Geboten haengt das ganze Gesetz und die Propheten" (V. 40), d.h. kommt der ganze Gotteswille fuer uns zum Ausdruck. Wenn Jesus damit das AT in dem Sinn "erfuellt", dass er seinen eigentlichen, von Gott gemeinten Sinn klar herausstellt, so geht doch sein Erfuellen, das unser Erfuellen umschliesst und begruendet, darueber hinaus.
2) Denn die letzte Voraussetzung und Grundlage all unserer Liebe hat Gott uns erst in seiner erloesenden, heilbringenden Liebestat in Jesus Christus geschenkt (Joh 3,16). Die Liebe Gottes zur gottentfremdeten, in der Suende verderbenden Menschheit fuehrt die Hingabe seines Sohnes herbei, deren Ziel Rettung und neues Leben der Menschen ist. Das heisst:
a) Der Ursprung dieser Liebestat ist Gottes Wille, "dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen" (1Tim 2,4).
b) Ihre Grundlage ist die Liebe des Vaters zum Sohn (Mk 12,6 ; Joh 15,9), auf der die Vollmacht Jesu zu seinem Heilandswerk beruht (Joh 3,35).
c) Die Liebe Gottes kommt darin zu den Menschen, dass Jesus sie herzlich liebt: den reichen Juengling (Mk 10,21), Lazarus (Joh 11,3. 36) und seine Schwestern (V. 5), den Suender aus der Welt (Mt 9,9; Lk 15,2) und die Seinen in der Welt (Joh 13,).
d) Seine Suender-Liebe besiegelt Jesus mit dem Tod am Kreuz. In dieser Hingabe hat er jeden Menschen geliebt, lange bevor ihm (dem Menschen) das bewusst wird ( Roem 5,6-8. 10 ; Gal 2,20 ).
e) Das Ziel des Liebesdienstes Jesu ist der Loskauf der Menschheit aus der Gewalt des Boesen ( Mk 10,45 ). In ihm begegnet uns die Liebe Gottes, die uns mit Gott versoehnen und zu einem neuen Leben faehig machen will (Roem 5,8-11 ; Eph 2,4-6).
f) Darum ist es fuer jeden Menschen entscheidend, dass er Jesus liebt; wenn wir das tun, erreicht uns damit die Liebe des Vaters (Joh 16,2).
3) Die ntl. Liebesbotschaft zielt nun immer darauf, dass wir die Liebe Gottes in Christus ergreifen, in ihr bleiben und dadurch von ihr umgestaltet werden.
a) Zeugnis dafuer ist die Geschichte der Suenderin ( Lk 7,36-50 ). Vorher hatte Jesus offenbar - wohl in der Synagoge des Ortes - die Annahme der Suender durch Gott verkuendigt. Wer dabei die Groesse der eigenen Schuld und die Tiefe der Liebe Gottes erkennt, dessen Herz stroemt in Liebe ueber (V. 47). Der Mensch aber, der sich von Haus aus gerechter duenkt, kann hier die Liebe Gottes nicht erkennen und damit auch nicht zu echter Naechstenliebe durchdringen. Dies Wunder der Umgestaltung durch die ueberwaeltigende Liebe Gottes sehen wir auch bei Zachaeus ( Lk 19,8 ) und bei Petrus ( Lk 5,8 ). Dessen Weg ueber Verleugnung und Wiederannahme ( Lk 22,31 ; Joh 21,15 ) laesst Gottes Liiebe als Treue in unserer Untreue ( 2Tim 2,1 ), als alles uebersteigende Guete und Freundlichkeit erkennen.
b) In dieser Gottes- und NaechstenLiebegilt es zu bleiben Joh 15,9 ). Unser Verhaeltnis zu Gott und unsere Christuserkenntnis ist davon abhaengig ( 2Petr 1,7 ; 1Joh 4,7 f). Wer seinen Bruder nicht liebt, ist nicht aus Gott ( 1Joh 3,10 ), wer es aber tut, ist aus dem Tode ins Leben hindurchgedrungen (V. 14). "Wenn jemand spricht: Ich LiebeGott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Luegner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht?"  Wer Gott liebt, der liebt auch seinen Bruder (1 Joh 4,20 ).
c) Von daher ist wohl auch Offb 2,4 zu verstehen, wo der erhoehte Herr zum Engel der Gemeinde in Ephesus spricht: "Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste LIEBEverlassen hast." Wo die erste Liebe den begnadeten Menschen verlassen wird, loest sich die Verbindung mit der vorausgehenden Liebe Gottes, mit der er diese Menschen zuerst geliebt (1Joh 4,19) und in ihnen echte Liebe erweckt hat.
4) Die Liebe Christi vom Vater her "draengt" (vgl 2Kor 5,14) nun die Juenger und Nachfolger so, dass sie immer staerker von ihr bestimmt und Zeugen ihres Herrn werden.
a) Durch das Liebeswerk Christi sind die Juenger "Freunde" Jesu geworden (gr. philoi-Joh 15,9-15), eigentlich "Geliebte, Vertraute", die er in Gottes Weg und Willen eingeweiht hat, sodass sie in ganz anderer Weise wie etwa Sklaven seine Gebote halten koennen.
b) Ihr Zeugendienst aufgrund der Liebe (2Kor 5,14-21) wird auch in jeder Hinsicht von der Liebe regiert, die alle Gaben des Geistes, Weissagung, Erkenntnis, Glauben und gute Werke erst vollkommen macht (1Kor 13,1-3) Diese Liebe ist langmuetig und guetig; sie zieht keine eifersuechtigen Vergleiche; prahlt nicht; macht sich nicht gross; verliert nicht die Haltung; ist nicht egoistisch; laesst sich nicht aufregen; gruebelt nicht ueber das Boese; hat keine Freude am Unrecht, wo es auch geschieht, freut sich vielmehr mit der Wahrheit; sie ertraegt alles, glaubt alles, hofft alles, haelt alles aus (V. 1Kor 13,4-7). Sie fuehrt den Juenger in die Nachfolge bis zur Hingabe seines Lebens (Mt 20,23; Mk 10,39; Joh 21,18; Eph 5,2; 1Joh 3,16). Dazu gehoert, dass wir die tiefsten Aussagen ueber die Liebe gerade bei Johannes finden, dem "Juenger, den Jesus liebhatte" (Joh 13,23).
c) Solche Liebe ist dann das Kennzeichen der Gemeinde Jesu (Joh 13,34), gerade auch fuer Aussenstehende (Apg 2,47;5,13). In Liebe soll der Dienst aneinander geschehen (Mk 10,43) in wachsender Liebe(phil 1,9; 2Thess 1,3). Gerade die Apostelbriefe ermahnen immer wieder genau dazu (Phil 2,2; Kol 3,14; 1Petr 1,22; 2,17; 4,8; 1Joh 4,7; Heb 10,24; 13,1). Ein anderes Handeln in der Gemeinde fuehrt auf Abwege (vgl 1Kor 8,1; Gal 5,13). Dabei darf man nicht vergessen, dass Liebe niemals nachsichtig Suende und das Boese in der Gemeinde dulden kann (Mt 18,17; Joh 2,15; 1Kor 5,11.13).
d) Durch die Liebe in Christus werden schliesslich auch alle sozialen Ordnungen von innen her erneuert: die Ehe Eph 5,21-33; Kol 3,18; 1Pet 3,1.7), das Verhaeltnis Eltern und Kinder in der Familie  (Eph 6,1-4; Kol 3,20), die beziehing von Herr und Sklave, das Arbeits und Dienstverhaeltnis (Eph 6,5-9; Kol 3,22-4,1; 1Pet 2,18-21). Vgl dazu den Philemonbrief.
e) So ist das "Gott und den Bruder lieben" und damit "in der Liebe Gottes stehen" der Ausdruck tiefster Verbindung mit dem Herrn. So wird er also von Gott erkannt (1Kor 8,3) dient ihm alles zum Besten (roem 8,28), ist sein Glaube in der Liebe taetig (Gal 5,6), bringt der Geist als erste Frucht die Liebe(V.22), erkennt er das Leiden als Zeichen der liebenden Hand, die ihn nicht laesst und in der Zucht "heimsucht" (Heb 12,6; Off 3,19). Die Kraft der Liebe ueberdauert auch den Tod, denn die Liebe hoert niemals auf (1Kor 13,8-13). Sie ist Teil der zukuenftigen Welt, der neuen Schoepfung, an der sie bereits hier und jetzt Antail verleiht.
5) Neben der rettenden Liebe zu und aus Gott steht aber auch die Verderben bringende LIebe, die an ihm verbei geht. So lieben die Menschen die Finsternis mehr (d.h. die Dinge dieser Welt und die Verborgenheit der Suende, Joh 3,19) , selbst wenn das Licht, das gnaedige Rettungshandeln in Jesus zu ihnen kommt. Weil sie die Ehre vor Menschen hoeher schaetzen, bleibenauch  fuehrende Juden dem Herrn Jesus doch fern (Joh 12,43). Und das (Wieder-) Liebgewinnen der Welt fuehrt Demas von Paulus weg, und damit auch vom Herrn (2Tim 4,10).
Weil das Herz des Menschen sich immer wieder so binden moechte, rufen Jesus und die Apostel oefters  zu einer klaren Entscheidung auf:  "Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt ist die Liebedes Vaters nicht in ihm", 1Joh 2,15. Liebt das Herz das Geld, so kann es Gott nicht mehr lieben und umgekehrt (Mt 6,24). Wenn die Bindung eines Menschen zu Eltern und Familie ihn vom Herrn trennt, dann gilt, Jesus mehr zu lieben als sie (Mt 10,37; Lk 14,26), ja, mehr zu lieben als das eigene Leben. Wer dieses Leben fuer sich erhalten will, wird es verlieren; wer aber bereit ist, es in Liebe zu Jesus hinzugeben, der wird es finden, d.h. vor Gott jetzt und in Ewigkeit haben (Mt10,39; 16,25; Joh 12,25).
 
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