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Biblische Grundlagen > Die Bibel lehrt

Die Bekehrung / Umkehr
1) "Bekehrung im Alten Testament"
Wir finden das Zeitwort 'bekehren' (hebraeisch schub ) im alttestamentlichen Text ca. 670 mal. Es wird in ausserordentlich vielfaeltiger Weise angewandt als  = sich wenden, sich umkehren, zurueckkehren, sich abwenden, wiederherstellen, zurueckgeben«, aber auch in seiner besonderen Bedeutung als 'bekehren, sich bekehren, umkehren, sich Gott zuwenden' (ca. 120mal) im Sinne einer Aenderung der Lebenshaltung, einer Rueckkehr zum lebendigen Gott. Aus der Fuelle der bibl. Aussagen wollen wir die wichtigsten herausstellen und an ihnen deutlich machen, worum es bei der 'Bekehrung' geht:
Gott selber will, dass sich die Menschen bekehren ( Hesekielbuch 18,23; 33,11 ), der Anstoss zur Bekehrung geht von ihm aus. Er laesst durch seine Propheten den Aufruf zur Bekehrung an die Menschen ergehen (Jeremia 3,7; 25,5 ; Joel 2,12). Gott verlangt eine radikale Bekehrung von ganzem Herzen (1Samuel 7,3 ; Joel 2,12 ). "Suender" sollen sich (Psalm 51,15) von der Suende weg (Jesaja 59,20; Hesekiel 33,14 ) zum Herrn hin (Joel 2,12) b. Dabei kommt es wesentlichauf das Ziel der Bekehrung an. Die Frucht echter Umkehr ist die Vergebung Gottes (Jesaja 55,7), neues Leben unter seiner Barmherzigkeit. Es geht bei dieser Umkehr nicht um einzelne Taten, durch die der Mensch dieses oder jenes Vergehen wieder gutzumachen koennte, sondern um eine ganz neue Stellung des Menschen zu Gott und seinem Willen, die alle Bezirke seines Lebens umfasst. Die Ablehnung der Bekehrung zieht Verstockung (Jesaja 6,10) und den Tod des Suenders nach sich (Hesekiel 18,23; 33,11). Gott aber ist nicht nur der, von dem der Aufruf  zur Umkehr ausgeht, sondern der selbst die Bekehrung im Menschen wirken muss, da der Mensch nicht allein aus eigener Kraft von 'sich selbst' loskommt. Trotzdem muss aber die eigene Bekehrung Gegenstand der Bitte des Menschen an Gott werden (Jer 31,18 ; Klgl 5,21), denn die Verantwortung des Menschen fuer seine Bekehrung ist in keiner Weise aufgehoben. Waehrend in den Geschichtsbuechern des Alten Testamente immer wieder die B.ekehrung des Volkes Israel in seiner Gesamtheit gesehen wird, sind es besonders die Propheten Jeremia und Hesekiel, die die Umkehr des einzelnen Menschen zu Gott hervorheben, die dadurch erfolgen wird, dass Gott jedem ein neues Herz und einen neuen Geist geben wird (Buch Jeremia 31,33 ; Buch Hesekiel 18,21; 36,2 ; Psalm 51, 12-14). Allen atl. Aussagen ueber Bekehrung liegt ein gemeinsamer Sinn zugrunde: Bekehrung ist die radikale, einmalige Umkehr des Menschen zu Gott als seine Antwort auf Gottes Ruf und vorbereitendes Wirken. Es ist der einzige Weg, um dem Welt - Gericht zu entrinnen, das Gott ueber die Suende verhaengt hat, um Gottes Gnade wiederzufinden und Vergebung der Suenden zu erlangen.
2) "Bekehrung" im Neuen Testament
Aus dem hebr. Text des AT ist das Zeitwort 'bekehren' auf dem Weg ueber die LXX (Septuaginta) in die Sprache des Neuen Testaments gelangt (griech. strephesthai, epistrephein ). Wie im Alten Testament werden diese Worte auch im Neuen Testament in mannigfacher Bedeutung als "umwenden, sich zurueckwenden, sich abkehren" usw. verwandt. Das Wort epistrephein finden wir in den Schriften des Neuen Testaments 36mal, davon 18mal im Sinne von »bekehren, sich bekehren (Matthaeusevangelium 13,15 ; Markusevangelium 4,1 ; Lukasevangelium 1,16; 22,32 ; Apg 3,19; 9,35; 11,21; 14,15; 15,19; 26,18. 20; 28,27 ; 2Kor 3,1 ; 1Thess 1,9 ; 1Petr 2,25 ; Jak 5,19). Das Wort strephesthai wird in dieser Bedeutung nur in Matthaeus 18,3 und Johannes 12,40 gebraucht, apostrephein nur Apostelgeschichte 3,26 ; anastrephein steht nie fuer 'bekehren', sondern nur fuer 'zurueckkehren, zurueckwenden, wandeln'. Das Substantiv Bekehrung finden wir nur einmal im NT, in Apostelgeschichte 15,3 . Um einen vollstaendigen Ueberblick ueber die Aussagen des Neuen Testaments zur Frage der Bekehrung zu gewinnen, muessen wir uns noch dem Wort zuwenden, das meist mit 'Busse tun' uebersetzt wird, dem griechischen 'metanoein'.
Als Johannes der Taeufer mit diesem Wort das Volk Israel zur inneren Umkehr aufrief, wusste er sich als Vorlaeufer des Messias ganz in die Reihe der Propheten gehoerig. Jesus hat am Anfang seiner Wirksamkeit den Bussruf des Taeufers aufgegriffen (Matthaeus 3,2; 4,17). Johannes der Taeufer und Jesus haben aramaeisch gesprochen, und das Wort, das sie in diesem Falle gebraucht haben, ist abgeleitet von dem Wort, das Luther im Alten Testament mit 'sich bekehren' uebersetzt hat. Der Ruf Johannes des Taeufers und Jesu: "Tut Busse!" heisst "Bekehrt euch!", und dort, wo im Neuen Testament von Busse gesprochen wird, geht es um Bekehren, um Hinkehr zu Gott. Dabei wird Bekehren ebenso wie im Alten Testament als einmalige, radikale Umkehr des Menschen zu Gott gefordert, geradezu befohlen (Apostelgeschichte 17,30), und als einziger Ausweg aus dem Gericht Gottes angeboten.
3) Die Bedeutung von "Bekehrung" in der Bibel
Durch die ganze Bibel zieht sich der Aufruf zur Bekehrung: Im Gesetz ist er eingeschlossen (5.Mose 4,30; 30,2. 8. 10 u.a.), die Propheten erheben immer wieder ihren Mahnruf, Johannes der Taeufer verleiht ihrer Botschaft vertieften Ernst angesichts der kommenden Gottesherrschaft. Jesus selbst stellt diesen Ruf an den Beginn seines Wirkens (Matthaeusevangelium 4,17; Markusevangelium 1,15), er weist auf die Notwendigkeit der Umkehr hin als Voraussetzung fuer die Teilhaberschaft am Reich Gottes (Matthaeusevangelium 18,3) und warnt vor dem  Gericht der Verstockung (Matthaeusevangelium 13,15; Markusevangelium 6,12; Jesajabuch 6,9). Auch die Apostel nehmen den Aufruf zur Busse und Bekehrung in ihre Predigten auf. An den Bibelstellen in Apostelgeschichte 3,19 und 26,20 erkennen wir deutlich, dass beide Begriffe, die hier unmittelbar nebeneinander   stehen, "Busse tun" und "sich bekehren", innerlich zusammengehoeren und nur verschiedene Ausdruecke sind fuer den gleichen Vorgang. In der Apostelgeschichte  wird uns oft von den Wirkungen der missionarischen Verkuendigung der ersten Christen berichtet, und dort wird von der Bekehrung der Menschen zu Jesus Christus  immer als von einem einmaligen, in sich abgeschlossenen Geschehen gesprochen (Apostelgeschichte 2,37; 8,35; 9,1; 9,35; 10,44; 11,21; 16,30). Von  dem Bericht aus Apostelgeschichte 15,3 erkennen wir, dass das Wort Bekehren/Bekehrung bald zu einen festen Begriff in der fruehen Christenheit wurde, der keiner weiteren Erklaerungen bedurfte. Auch den Aposteln geht es um eine voellige Neuausrichtung des menschlichen Willens auf Gott, wenn sie von einer Bekehrung sprechen, um Bekehrung von der Finsternis zum Licht, zu dem Heiland aller Menschen (Apostelgeschichte 26,18; 1.Petrusbrief 2,25). Mit der Bekehrung vollzieht sich ein Herrschaftswechsel, unsichtbar aber doch spuerbar: Der Mensch, der bisher unter der Herrschaft des Satans stand, wechselt jetzt unter die Herrschaft Gottes, er kommt "von der Finsternis zum Licht und von der Macht des Satans zu Gott" (Apostelgeschichte 26,18, 1.Petrus 2,25). Die Umkehr wird im Glauben vollzogen. Glaube und Bekehrung gehoeren untrennbar zusammen (Apostelgeschichte 11,21).
Auswirkung der Bekehrung ist die Vergebung aller Suenden (Apostelgeschichte 3,19; 26,18).  Eine Bekehrung dieser Art fuehrt zu einer gaenzlichen Aenderung des Lebens (Apostelgeschichte 26,20); es bekommt einen neuen Inhalt, ein neues Ziel und eine neue Qualitaet, sodass Paulus von den Christen in Thessalonich sagen kann: "Ihr habt euch bekehrt von den Goetzen zu Gott, um zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns vor dem zukuenftigen Zorn errettet" (1.Thessalonicherbrief 1,9).
4) "Bekehrung" und Neugeburt
Mit der Bekehrung findet im Leben eines Menschen zugleich eine 'Neue Geburt' statt. Auf das glaeubige "Ja" des Suenders zu dem, was Jesus Christus fuer ihn am Kreuz vollbrachte, gibt der Heilige Geist als Bestaetigung die Gewissheit der Vergebung der Suenden, erfuellt das Herz des nun glaeubig gewordenen Umkehrer mit Heilsgewissheit und gibt ihm die Kraft (Heilssicherheit), in einem neuen Leben zu wandeln, sein neues Leben auf Gott auszurichten und nach seinem Willen zu gestalten.
5) Umkehr in der Bibel
Im alten Testament hatte Gott es mit seinem Volk Israel und die von ihm gesandten Propheten zu tun .
Es ist geschehen, dass Propheten (oder das Volk Gottes) von dem Ihnen von Gott zugewiesenen Weg oder Auftrag abgewichen sind. Es lag sozusagen eine "Zielverfehlung" vor, welche die Bibel "Suende" nennt. Der Prophet Jesaja und Maleachi waren aufgerufen, Gottes Botschaft zu vermitteln. Irgendwie war Chaos in das Volk Gottes eingedrungen und zu genau dieser Zeit offenbarte sich Gott ihm und legte ihm die Umkehr seines Volkes nahe. Im Chaos ist Ruhe angesagt und ein Ausrichten auf Gott, damit der Suender wieder neues Vertrauen in das Wirken Gottes aufbauen kann. Und Jesaja beschreibt Umkehr so deutlich, dass wir sehr gut verstehen, was es bedeutet und was damit einher geht. Wenn jemand auf einem Weg ist weg von Gott, sollte er schleunigst umkehren, damit man ein neues Leben mit Gott anfangen kann. Wie die Priester Israels, welche dem Volk falsche Weisung gegeben hatte, was fatale Folgen nach sich zog und Gott garnicht gefiel. Da war auch des Prophet Maleachi gefragt. Eine Entscheidung fuer den Aufenthalt in der Ewigkeit muss zu Lebzeiten auf der Erde getroffen werden. Nach dem Tod ist es zu spaet. Hier im Leben ist eine Entscheidung fuer den Gott der Bibel angesagt. Denn nur er ist ein Retter-Gott.

 
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